Star Trek: Antares 1x10 - Umsturz
Original Airdate: 17.04.2004 Samstag, 17.4.2004|STVoy8|Quelle:
treknews.de
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Kurzzusammenfassung:
Die Antares stellt Erstkontakt mit den Vedschen her, einer Zivilisation, die zwar gerade erst den Warpantrieb entwickelt hat, jedoch medizinisch sehr weit fortgeschritten ist. Die Crew freut sich, dass die Verhandlungen äußerst gut laufen, nur Tschernovsky stellt unangenehme Fragen...
Legende:
Da es sich bei unseren Episoden in Geschichten im TV-Script-Format handelt, dachten wir uns, dass wir eine kleine Zeichenerklärung dazuliefern:
(V.O.) = Voice-Over; Ein aus dem Off gesprochener Text, z.B. ein Logbuch-Eintrag O.C. = Off Camera; Nicht im Bild (hin und wieder auch O.S. = Off Screen) (beat) = Pause INT. = Interior; Innenaufnahme EXT. = Exterior; Außenaufnahme CUT TO = Schnitt zu DISSOLVE TO = Überblenden auf FADE IN/OUT = AUF/ABBLENDEN; Vom schwarzen Bild zum normalen überblenden, bzw. anders herum.
Das waren die Wichtigsten. Wenn ihr noch Fragen habt, stellt diese bitte in den Comments, oder in unserem Kritiken-Thread im Forum. - Und jetzt: Viel Spaß!
Promo-Material
Cover 1x10 Dateityp: jpg Größe: 0,10 MB
Szenen-Bilder
1x10 - Über der Stadt Dateityp: jpg Größe: 0,27 MB
1x10 - Die Kloneinrichtung Dateityp: jpg Größe: 0,11 MB
STAR TREK: ANTARES "Umsturz" written by Marcel Labbé-Laurent
TEASER
EXT. FREMDER PLANET - VOGELPERSPEKTIVE ÜBER GROßSTADT
Die Kamera schwebt in Vogelperspektive über riesige Straßenanlagen mit Massen von Humanoiden. Futuristisch wirkende, riesige Gebäude die auf jeder Seitenfläche von durchgehenden Glasflächen dominiert sind. Glänzend weißer Marmor und kühles Metall tragen die so imposanten Strukturen. Die Gebäude weichen einem großen Platz, auf dem nach wenigen Metern Kamerafahrt das beeindruckendste aller Bauwerke das Bild einnimmt. Runde Formen aus Glas und Metall tragen eine riesige Kuppel. Diese Kuppel fließt ohne Grenze in Säulen, die aus einem Marmor ähnlichen Material bestehen, über. Kanten hat das Bauwerk nur sehr wenige, alles ist fließend und von Glas dominiert. Es weist teilweise Ähnlichkeiten mit dem ehemaligen Weißen Haus auf.
Wir fahren mit Kamera hinter das Bauwerk, wo wir ein Shuttlepod der Antares quasi im Garten geparkt sehen.
CUT TO:
INT. VEDSCHEN HEIMATWELT - REGIERUNGSSITZ
Wir sehen CAYLON, MÜLLER und MESTRAL in eine riesige Halle schreiten, deren Decke in schwindelerregender Höhe liegt und nur von verzierten Säulen getragen zu werden scheint. Auf der rechten Seite befindet sich eine riesige Fensteranlage, durch der wir das "geparkte" Shuttle erblicken können.
Eine der Fremden in einem edlen Mantel tritt heran und bittet die Antares Crewmitglieder durch eine Tür. Diese Aliens sehen sehr menschenähnlich aus, haben jedoch nur 4 Finger an einer Hand und einen gebogenen Rücken, der sie etwas gebückt wirken lässt. Ihre gesamte Erscheinung scheint alt, da sie nur spärliches Haar haben und das bisschen ist in vielen Fällen schon gräulich, auch die Haut ist größtenteils spröde, trocken und rissig.
PORTIER Ich hoffe wir haben Sie nicht zu lange warten lassen. Der Prälar erwartet Sie.
CAYLON Sehr schön.
Die Drei treten in das Büro des Vorsitzenden Prälar der Vedschen (Anm. d. V. gesprochen Véedschäen) ein, das vorallem durch Größe besticht, jedoch nicht sehr umfangreich möbliert ist. Das meiste ist Dekoration, übrig bleibt nur ein Schreibtisch am Ende des Raumes, hinter dem der Prälar gesessen hat und nun auf seine Gäste zuschreitet.
PRÄLAR Willkommen auf unserer Welt!
CAYLON (grient) Die Aliens sind gelandet. (beat) Wir kommen in friedlicher Absicht.
MÜLLER Mensch, Captain!
PRÄLAR Wie meinen!?
CAYLON (lacht) Ach, das wollte ich nur schon immer einmal sagen.
Müller verdreht zurecht die Augen während Caylon seine diplomatische Mission sehr zu genießen scheint...
FADE OUT.
ENDE TEASER AKT I
FADE IN:
INT. VEDSCHEN HEIMATWELT - REGIERUNGSSITZ
Wie zuvor.
Caylon und der Prälar reichen sich wie Vertraute die Hände um sich gegenseitig Willkommen zu heißen.
CAYLON Ich glaube, dieser Moment wird auf Ihrer Welt nicht so schnell vergessen werden. Ich freue mich, dass ich es sein darf, der der erste intergalaktische Besucher auf ihrer Welt sein darf. Ich wollte doch schon immer einmal in einem Geschichtsbuch stehen.
PRÄLAR Auch für mich ist es eine Ehre. Der erste Kontakt mit einer intergalaktischen Spezies. Erstaunlich. Es ist so befremdlich und unwirklich. Wie ein kühner Traum, der noch vor wenigen Jahren fantastisch, wenn nicht unmöglich schien. Und dann kam diese futuristische Vision in greifbare Nähe, mit der Erfindung des Warpantriebs. Ich kann es irgendwie immer noch nicht glauben. Innerhalb von zwei Jahren kam die Theorie zum fliegen und nun stehen sie leibhaftig vor uns.
CAYLON Dazu sind Visionen da um Wirklichkeit zu werden. Und je kühner sie sind, desto unglaublicher erscheinen sie in Realität.
PRÄLAR Wie wahr! (beat) Aber eins verstehe ich bis heute nicht, warum die Menschen mit uns diplomatische Beziehungen wünschen sollten!? Wir sind doch längst nicht so fortschrittlich wie Sie.
CAYLON
Das ist unsere Mission. Fremdes Leben und unbekannte Zivilisation entdecken und Kontakte knüpfen. Darunter fällt Ihre Welt nunmal.
PRÄLAR Wie aufregend.
CAYLON (spaßig) Und wir mussten ja den Vulkaniern zuvor kommen.
PRÄLAR Vulkanier?
CAYLON Eine andere Rasse, die uns vor etwa 100 Jahren nach unserem ersten Warpflug besuchte, uns damals half und noch bis heute gerne (über betont) "hilft".
PRÄLAR Interessant.
CAYLON Lieutenant Mestral hier ist zu einem Achtel Vulkanier. Merkt man ihm auch des öfteren an.
Der Prälar reicht ihm ebenfalls die Hand und bestaunt seine herausstechende, wieder andersartige vulkanische Physiologie. Sprich, er schaut ihm auf die Ohren.
PRÄLAR Ihre Bekanntschaft ehrt mich.
Mestral nickt kühl und reicht ihm mechanisch die Hand.
CAYLON Und das hier ist mein erster Offizier Commander Müller.
PRÄLAR Freut mich.
Müller reicht dem Prälar ebenfalls die Hand.
MÜLLER (erfreut) Angenehm.
PRÄLAR Haben Sie noch weitere Bekanntschaften mit anderen Rassen zu offerieren? Ich finde es erstaunlich, gleich zwei Spezies kennen zu lernen, die in Freundschaft zusammenarbeiten. Und nun stehen wir an der Schwelle, in diese Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Es ist einfach unglaublich.
CAYLON Noch ist es ja nicht soweit. Aber dafür sind wir ja gekommen. (beat) Ich kann Ihnen später noch unseren Kommunikationsoffizier Torlan vorstellen, er ist ein Andorianer.
PRÄLAR Ich würde mich darüber sehr freuen. (beat) Ich würde vorschlagen, wir vertiefen nun die Erkenntnisse über unserer beider Welten. Dann werden wir sicher Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdecken, die uns auf eine gemeinsame, beider Seiten zweckdienliche Grundlage bringen.
CAYLON Mit Vergnügen.
PRÄLAR
Ich darf sie bitten, mir zu folgen.
Der Prälar tritt durch eine Tür auf der einen Seite des imosanten Büros in einem Raum, der ganz klar als Besprechungsraum dient und auch dementsprechend mit einem großen Tisch und vielen Stühlen ausgestattet ist. Caylon, Müller und Mestral folgen ihm.
PRÄLAR (CONT'D) Setzen Sie sich doch, so ist es angenehmer.
MÜLLER Sehr freundlich.
PRÄLAR Reine Gastfreundschaft. Wir haben hier nicht oft außervedsche Besucher.
Die 3 Crewmitglieder der Antares nehmen auf der gegenüberliegenden Seite des Prälares Platz, der sich an die längere Seite des ovalen Tisches in der Mitte des Raumes gesetzt hat.
CAYLON Vielleicht fangen Sie an, uns etwas mehr über Ihre Welt zu berichten.
PRÄLAR Womit soll ich anfangen?
CAYLON Politik. Die macht einem Captain oft die meisten Schwierigkeiten.
PRÄLAR Gut, wie Sie meinen. Ich bin stolz darauf, dass wir ein demokratischer und fortschrittlicher Weltstaat sind. Eigentlich ist unsere Politik simpel, das vorrangigste Ziel ist das Wohl aller Vedschen. Es zugleich das kostbarste Gut unserer Gesellschaft.
CAYLON Das klingt so, als darf man auch stolz darauf sein.
PRÄLAR Oh ja! Wir investieren Unsummen in Forschung und Medizin. Stellen sie sich vor, vor einhundert Jahren war die durchschnittliche Lebenserwartung eines Vedschen 60 Zyklen.
Caylon runzelt seine Stirn bei dem letzten Begriff; man sieht wie er die Frage formulieren möchte, wie lange das sein mag, doch Mestral kommt ihm zuvor.
MESTRAL Das sind 40 Menschenjahre.
CAYLON Nicht sehr viel.
PRÄLAR Nein, doch unsere Wissenschaftler und Ärzte fanden Möglichkeiten die Lebensspanne zu verdoppeln.
Sowohl der Prälar als auch Mestral nicken zustimmend.
CAYLON (CONT'D) Beeindruckend.
PRÄLAR Das möchte man doch meinen. Leider waren nicht alle Vedschen von dem Sinn dieses Fortschrittes überzeugt.
CAYLON Wie meinen Sie das?
PRÄLAR Wir sehen uns eigentlich gerne als ein vereintes Volk auf diesem Planeten. Naja, teilweise sind wir es. Vor gerade einmal 300 Jahren sah es auf dieser Welt noch ganz anders aus. Es gab unzählige rivalisierende Staaten. Kriege waren keine Seltenheit. Irgendein Grund zum Streit war immer schnell gefunden. Aber der Fortschritt brachte uns einander schließlich wieder näher. Wir sind im Vergleich zu Ihnen sehr gebrechliche Wesen, es gab viele Krankheiten. Mit der Entwicklung in der Medizin sahen wir die Notwendigkeit der Kooperation. Gemeinsam erreichten wir Ergebnisse, die alleine nie möglich gewesen wären. Es kräftigte die Bevölkerung und unseren Zusammenhalt, wir wurden schließlich ein Staat. Leider nicht alle. 8 Staaten, die mächtigsten zu ihrer Zeit, sträubten sich dagegen, sie wollten den Sinn unseres Vorhabens nicht erkennen. Sie blieben schließlich souverän, ausgeschlossen aus unserer großen Gemeinschaft. Heute haben wir fast gar keinen Kontakt mehr zu den "Kiysen", wir sie allgemein heißen. Es liegt nicht daran, dass wir unseren Fortschritt nicht teilen möchten, sie lehnen ihn offenen Auges der Möglichkeiten, die er bietet, ab.
CAYLON Wenn sich unser Übersetzer nicht täuscht, bedeutet Kiysen so viel wie Abtrünnige, oder?
PRÄLAR Das stimmt. Nicht die netteste Bezeichnung, aber die treffendste. Eine gewisse Eitelkeit ist immer mit dem Fortschritt verbunden. Wir fühlen uns den primitiveren Kiysen überlegen, bezeichnen uns gern überlegen auch als "Dor Vedschen". Darauf bin ich nicht unbedingt stolz, aber es ist Teil unserer Kultur. Ich hoffe das verstehen Sie.
CAYLON Natürlich, wir sind auch nicht perfekt und frei von Vorurteilen. Manchmal beißt sich das mit unserer Neugier, aber meistens gewinnt sie.
MESTRAL In den anderen Fällen auch der Starsinn.
CAYLON (erregt) Mestral, Sie beschmutzen Ihr eigenes Nest! Vergessen Sie nicht, dass Sie zum Großteil Mensch sind.
MESTRAL (gelassen) Ich weiß, Sir. Ich beziehe mich mit ein, auch wenn mir das selbstverständlich weit aus seltener passiert. Ich denke nur Offenheit ist hier angebracht.
CAYLON Sie sehen, Prälar, wir sind auch noch nicht perfekt. Wir mögen es nicht, wenn man uns unsere Schwächen vorhält.
PRÄLAR (lächelt) Eine erste Gemeinsamkeit. Ich bin sicher unserer beider Völker Streben nach Fortschritt lässt sich zu Gunsten des selbigen verbinden.
CAYLON Etwas schmalzig formuliert, aber treffend.
FADE OUT.
ENDE AKT I AKT II
FADE IN:
EXT. WELTRAUM - BLICK AUF DEN PLANETEN - STUNDEN SPÄTER
Die Antares befindet sich im Orbit um den Planeten und gleitet durch das Bild.
CUT TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE
Die restliche Brückencrew, die nicht Teil des Außenteams war, befindet sich auf der Brücke und erfüllt ihre Pflichten.
BEEM sitzt an den Waffenkontrollen, TSCHERNOVSKY sitzt gelangweilt vor dem Steuer und TORLAN hält sich an seiner Station den Ohrstöpsel an den Kopf. Die anderen Stationen sind von der Nacht-Brückencrew besetzt.
TSCHERNOVSKY (denkt mehr oder weniger laut) Diplomatische Missionen sind langweilig, wenn man sie auf dem Schiff verbringen muss. Ich würde gerne auch auf den Planeten runter.
BEEM So sind die Vorschriften nunmal, der Captain hat den ersten Offizier und den Wissenschaftsoffizier mitgenommen. Wir kommen schon noch früh genug runter.
TSCHERNOVSKY (schaut zu Torlan) Torlan ist wenigstens beschäftigt. Was hört der eigentlich, er bemerkt uns gar nicht mehr!?
BEEM Wahrscheinlich ist er so von dem Fernsehprogramm auf dem Planeten begeistert.
TSCHERNOVSKY Dann hat er ja was zu tun. Ich darf nur den Standard-Orbit halten. Das kann der Autopilot genauso gut.
BEEM (hämisch) Vielleicht sollten wir Sie am Besten ganz durch ihn ersetzen.
Tschernovskys Haltung zu Beem hat sich in den letzten Tagen schon genug verschlechtert. Seine Versuche, sich noch anständig mit ihm zu verständigen scheiterten jedes Mal an bösartigen Bemerkung von Beem. Sauer verlässt Tschernovsky seine Station.
BEEM (CONT'D) Was machen sie da?
TSCHERNOVSKY Na das, was Sie wollten: Ich gehe. Meine Schicht endet sowieso in 10 Minuten. Sie können mich ja verpfeifen.
Er geht zur Wissenschaftsstation.
TSCHERNOVSKY (CONT'D) Ich lade mir die geschichtlichen Daten, die wir vom Planeten erhalten herunter und lese sie in meinem Quartier. (beat) Wenn Sie nichts dagegen haben.
Er greift sich ein herumliegendes Padd, tippt kurz auf der Konsole herum und verlässt dann die Brücke über den Turbolift.
Ein Ensign aus dem hinteren Bereich der Brücke geht zur Steuerkonsole während Beem ein wenig verdutzt schaut und das Gesicht verzieht.
DISSOLVE TO:
INT. VEDSCHEN HEIMATWELT - REGIERUNGSSITZ - SPÄTER
Caylon und seine beiden Begleiter sitzen noch immer mit dem Vedschen Prälar an dem Verhandlungstisch, der mittlerweile mit ein paar exotisch anmutenden Speisen (bzw. eher Snacks) und Getränken einladend dekoriert wurde. Zusammen wird von diesen Darbietungen gekostet und über den gefundenen Konsens angestoßen.
CAYLON Im Namen meines Volkes bedanke ich mich für Ihre Gastfreundschaft.
PRÄLAR Selbstverständlich. Mein Volk dankt Ihnen für Ihr Erscheinen.
CAYLON Es bleibt dabei? Ich schlage Starfleet vor, Technologien wie den Warpantrieb, Transporter usw. mit Ihnen zu teilen; dafür lassen Sie uns an Ihren überlegenen medizinischen Kenntnissen teilhaben?
Beide Parteien erheben sich von dem Tisch und stehen nun voreinander.
PRÄLAR Wie vereinbart, ich werde darüber mit meinem Regierungsrat diskutieren.
CAYLON Wunderbar, dann wollen wir uns verabschieden.
PRÄLAR Das Angebot besteht noch, dass ich ihr beeindruckendes Raumschiff besichtigen darf, nachdem wir unsere Regierungen informiert haben?
CAYLON Aber sicher, nun wollen wir uns verabschieden.
Der Prälar verbeugt sich vor den Offitzieren und Caylon erwidert diese Geste.
FADE TO:
EXT. WELTRAUM
Das Shuttle des Außenteams fliegt nun zurück zum Schiff.
CUT TO:
INT. ANTARES - SHUTTLERAMPE
Und dockt an die Shuttlerampe an, wo der Captain, Müller und Mestral bereits von Tschernovsky, Beem und Torlan erwartet werden. Die 3 Repräsentant unterhalten sich noch über ihren Ausflug auf den Planeten, während sie die Leiter aus dem Shuttle heraufsteigen. Beem und Tschnervsky stellen ihnen jedoch neugierige Fragen.
BEEM Lief alles glatt?
CAYLON Alles ohne größere Probleme; wie ich Ihnen bereits vorher gesagt habe, sind wir gut ohne einen Waffenoffizier ausgekommen.
MÜLLER Die Vedschen machten auf mich einen sehr friedfertigen Eindruck.
MESTRAL Was sie jedoch nicht immer waren, wie Sie wissen.
CAYLON Trotzdem scheinen sie uns zumindest im Bereich der Medizin voraus zu sein. Wenn ihre Medikamente auch bei uns ähnlich wirken, könnten wir mit den Vulkanier in Sachen Lebenserwartung aufschließen.
MESTRAL Sie könnten auch in anderen Punkten den Vulkaniern nachstreben.
CAYLON Lassen wir das Thema...
TSCHERNOVSKY Captain, ich wollte gerne mit Ihnen über die Vedschen sprechen.
CAYLON Gibt es was besonderes?
TSCHERNOVSKY Nunja, ich habe mich außerhalb meiner Schicht mit der Geschichte der Vedschen beschäftigt, die sie uns geschickt haben.
CAYLON Wo ist das Problem?
TSCHERNOVSKY Kein wirkliches Problem, ich finde nur, wir sollten auch mit den Kiysen Kontakt aufnehmen.
CAYLON Wieso? Ich sehe nicht, welchen Vorteil das bringen sollte, die Kiysen sind technologisch primitiver als die Dor-Vedschen. Was könnten sie uns offerieren?
TSCHERNOVSKY Sir, es geht bei der Diplomatie nicht um den praktischen Vorteil;
wenn wir mit dieser Welt diplomatischen Kontakt haben wollen, sollten wir beide Seiten der Medaille kennen. Es ist nur ein Gespür, aber was würden Sie als Australier sagen, wenn eine außerirdische Rasse mit der Vereinten Erdregierung, vor Ihrem Beitritt 2150 diplomatische Beziehungen aufgebaut hätte und Australien außen vor geblieben wäre?
CAYLON Der Vergleich hinkt, diese beiden Vedschen-Kulturen leben in absoluter Isolation voneinander und es ist unwahrscheinlich, dass die Kiysen von unserem Besuch und unserer Technik viel halten.
TSCHERNOVSKY Ich weiß, aber es geht ums Prinzip. Einen Versuch ist es doch wert.
MESTRAL Ich muss Ensign Tschernovsky Recht geben, es ist sicher nicht verkehrt Neutralität zu wahren.
CAYLON Okay, wenn Sie beide meinen, werden wir die Kiysen besuchen. Tschernovsky, suchen Sie einen Landeort aus. Müller und Mestral, sie kommen wieder mit. Wir werden uns in 3 Stunden wieder hier im Hangar treffen.
TSCHERNOVSKY Ja, Sir.
Caylon verlässt den Shuttlehangar, ihm folgen Mestral und Müller und in zweiter Reihe Tschernovsky und Beem.
CUT TO:
INT. ANTARES - KORRIDOR
Caylon und Müller biegen gemeinsam in den selben Korridor, während der Rest andere Wege gegangen ist.
CAYLON Was ist mit Tschernovsky los? Ich verstehe, dass Mestral diesen Vorschlag unterstützt mit seiner "vulkanischen Objektivität", aber bei Darius wundert mich das schon leicht.
MÜLLER Mir geht es genauso. Allein, dass er sich mit der Geschichte der Vedschen beschäftigt hat... (beat) Ich kenne ihn nicht gut, aber es ist ungewöhnlich. Wissen sie, ich habe ja möglicherweise eine Idee, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nicht täusche...
CAYLON Schießen Sie los.
MÜLLER Wenn ich mich nicht täusche, verhält er sich seit dem Angriff auf New Earth und uns etwas "anders". Eigentlich denke ich mir nichts bei, das war für uns alle hart, aber irgendwie habe ich doch das Gefühl, er empfindet seinen Tränenausbruch als Versagen und versucht nun dieses zu kompensieren, indem er sich andere Befähigungsfelder sucht.
CAYLON Hm, ich glaube, ich sollte mit ihm nach der Mission darüber sprechen.
MÜLLER Es wäre vielleicht angebracht.
CAYLON Ich bin nicht gerade der Beste darin. Für so etwas sollte es Psychologen in der Sternenflotte geben, zu Kriegszeiten können wir uns keine Offiziere mit psychischen Probleme leisten.
FADE TO:
EXT. WELTRAUM - ORBIT ÜBER DER VEDSCHEN HEIMATWELT
Das Shuttle der Antares verlässt nun wieder seinen heimatlichen Hangar. Die Antares gleitet gemächlich durch die linke Bildhälfte, während sich das Shuttle aus der Trägheit reißt und mit voller Geschwindigkeit durchs Bild rast, in Richtung Planet.
ANDERE EINSTELLUNG
Das Shuttle tritt in den Orbit ein und verkommt zu einem winzigen Punkt, der nur noch am leichten Glühen beim Atmosphäreneintritt zu erkennen ist.
CUT TO:
EXT. PLANETEN OBERFLÄCHE
Die Kamera betrachtet vom Erdboden den stillen Himmel mit seinen Wolken, durch die das Shuttle fliegt. Am Bildrand sehen wir noch Bäume und Vegetation...
ANDERE EINSTELLUNG
Die mit dem Rand einer Großstadt wechseln, da wir nun das Shuttle verfolgen, sehen wir, wie es über aufkeimende Straßen und Häuser gleitet und dabei verlangsamt. Das Shuttle nähert sich dem Zentrum der Siedlung, die ältere und größere Bauwerke aufweist. Das Shuttle landet auf einer Lichtung der Betonbauwerke.
EXT. SHUTTLEFRONT
Caylon, Müller, Mestral und Tschernovsky treten aus dem Shuttle unter Beobachtung der Einheimischen heraus. Dass es sich um fremde, außerirdische Wesen handelt, scheinen sie zu ahnen, jedoch bleibt die kleine Menge ziemlich ruhig, zeichnet sich nur durch vereinzelte Neugier aus, die aber weit unter der Erwartung bleibt.
CAYLON Ein Willkommenskomitee würde mir gefallen. Sie haben keine Möglichkeit der Kommunikation aus dem Weltall gefunden, um uns anzukündigen? Mir fehlen die Blumen.
MESTRAL Nein, Sir. Diese Leute verstehen sich daran, unscheinbar und zurückgezogen zu leben, so scheint es mir. Es gibt keine umfassenden Mediensysteme bei den Kiysen.
CAYLON Schade. Wir sollten uns dann auf den Weg machen.
Das Team verlässt die Lichtung und tritt in Richtung der Leute, die auch respektvoll Platz machen.
FADE OUT.
ENDE AKT II AKT III
FADE IN:
EXT. VEDSCHEN HEIMATWELT - KIYSEN HAUPTSTADT
VOGELPERSPEKTIVE
Caylon, Mestral, Müller und Tschernovsky schreiten die Treppen zum Kiysen-Kapitol herauf.
NAHAUFNAHME
MÜLLER Irgendwie beunruhigt mich das. Es scheint sich so gar keiner für die Ankunft von außerweltlichen Besuchern zu interessieren.
MESTRAL Andere Länder, andere Sitten. Lautet so nicht ein Sprichwort bei den Menschen?
CAYLON Abwarten. Warum dieser Pessimismus? Ich wette hinter dieser Tür erwartet man uns sehnsüchtig.
Die Vier sind vor den riesigen Eingangstoren und Caylon öffnet die Pforten.
CUT TO:
INT. KIYSEN KAPITOL
BLICK ZUM EINGANG
Unter dem Torbogen gehen Caylon und ihm folgend die anderen Drei durch. Im Vordergrund befindet sich ein Foyer und eine pompöse Steintreppe, die sich zur Kamera hin nach oben erstreckt. Durchs Bild laufen vereinzelte Vedschen Gestalten.
NAHAUFNAHME
Die Antares-Gesandten sehen sich in alle Richtungen um und beobachten die Vedschen.
Beat. Keine Reaktion.
CAYLON Naja.
Caylon schreitet dreist auf einen der Anwesenden zu und spricht ihn an.
CAYLON (CONT'D) Entschuldigen Sie, wir würden gerne zu Ihrem (beat; verkneift sich ein Grienen) Anführer.
Der Angesprochene nickt.
VEDSCHEN #1 Kein Problem, ich bringe sie zu ihm.
Der Vedschen läuft voraus und Caylon lässt sich wieder zu seinem Stab zurückfallen und gemeinsam folgen sie ihrem unbekannten Führer.
CAYLON Hätte nicht gedacht, dass das klappt.
TSCHERNOVSKY Captain, hätten Sie etwas dagegen, wenn ich versuche, etwas mehr über ihre Geschichte herauszufinden? Trockene Verhandlungen sind nicht ganz mein Geschmack.
CAYLON Ich habe keine Einwände dagege.
TSCHERNOVSKY Danke, Sir.
Tschernovsky läuft etwas voraus und spricht den Vedschen erneut an.
TSCHERNOVSKY (CONT'D) Könnten sie mir sagen, wo Sie hier eine Bibliothek haben?
Der Vedschen hält inne.
VEDSCHEN #1 Im Untergeschoss befindet sich das größte Archiv in unserem Land. Jeder hat freien Zugriff darauf.
TSCHERNOVSKY Danke.
Tschernovksy trennt sich von der Gruppe ab und läuft zurück, während Caylon, Mestral und Müller wieder dem Vedschen folgen.
DISSOLVE TO:
INT. KIYSEN ARCHIV
Tschernovsky befindet sich zwischen mehreren überhohen Regalen gefüllt mit unzähligen, teils angestaubten und antiken, literarischen Werken der Vedschengeschichte. Etwas hilflos und verloren versucht er sich einen Überblick zu verschaffen.
Da spricht ihn eine weibliche Vedschen von hinten überraschend an.
VEDSCHEN #2 Kann ich Ihnen helfen? Ich vermute, sie möchten sich über unsere Geschichte informieren. Ich bin die Verwalterin hier.
TSCHERNOVSKY (überrascht) Ah, Sie sind die Erste hier, die auf uns zu kommt. Sie können doch nicht so oft Besuch von Außerhalb bekommen, dass Sie das so gewohnt angehen.
BIBLIOTHEKARIN Nein, eigentlich nie. Sie sind der Erste. Aber wir bleiben gerne unter uns und ersehnen uns daher keine Besucher. Das soll aber nicht heißen, dass sie Unwillkommen sind.
TSCHERNOVSKY Wenn Sie mir helfen wollen, wäre ich ihnen dankbar. Mein Translator ist mit den vielen Buchtiteln leider überfordert.
BIBLIOTHEKARIN Was suchen Sie denn?
TSCHERNOVSKY Hm, mich würde interessieren, was zur Spaltung dieser Welt geführt hat. Was kann so dramatisch sein, dass es zwei Parteien in die vollkommene Isolation voneinander treibt?
BIBLIOTHEKARIN Es ging um eine medizinische Praktik, die zu einigen Kontroversen und Ablehnung unsererseits geführt hat.
TSCHERNOVSKY Kommen Sie, das kann doch nicht alles sein. Da steckt doch mehr dahinter.
BIBLIOTHEKARIN Es war eine moralische und ethische Entscheidung, die wir besten Gewissens getroffen haben.
Tschernovksy's Kommunikator meldet sich piepend, er zückt und aktiviert ihn, worauf sich Captain Caylon meldet.
CAYLON'S KOMMSTIMME Wie ich es gesagt habe, die Kiysen sind an keinerlei Verhandlungen interessiert. Ihr Prälar hat uns nach einer kurzen Unterhaltung wieder weggeschickt.
TSCHERNOVSKY Verstehe. Sir, ich würde hier gerne noch etwas bleiben.
CUT TO:
INT. KIYSEN KAPITOL - VOR DEM EINGANG
Caylon, Müller und Mestral befinden sich wieder auf der Treppe, die zum Eingang des Kapitols führt. Die Sonne blendet Caylon etwas, weshalb er seine freie Hand als Sonnenschutz über die Augen hält, während er mit der anderen Hand den Kommunikator hält und hineinspricht.
CAYLON Wie Sie meinen. Die Kiysen waren doch relativ freundlich, sie haben uns freigestellt noch etwas zu bleiben. Ich gebe ihnen zwei Stunden, dann treffen wir uns am Shuttle.
MULLER Wir können ja derweil etwas "Sight-Seeing" betreiben.
MESTRAL Vulkanier betreiben für gewöhnlich kein Sight-Seeing.
Caylon verzieht für einen Sekundenbruchteil sein Gesicht.
CAYLON Wir werden uns schon beschäftigen, Darius. Zwei Stunden.
BACK TO:
INT. KIYSEN ARCHIV
TSCHERNOVSKY Aye, Sir. (beat; zur Bibliothekarin) Ich bin ganz Ohr, erzählen Sie mir mehr.
BIBLIOTHEKARIN Wenn Sie es wissen wollen.
TSCHERNOVSKY (trotzig) Ja, das hab ich doch schon gesagt.
BIBLIOTHEKARIN Gut, es ging um die "gleichgenetische Replantationstechnik". Hinter diesem komplizierten Wort haben die Mediziner und hohen Politiker versucht die grausame Wahrheit zu ihrem eigenen egoistischen Wohl vor der Allgemeinheit zu verstecken. (beat) Sehen Sie, es war vor langer Zeit. Unsere Welt war noch von Krieg und Leid zerrüttet, kein Vedschen hatte eine lange Lebenserwartung. Die Chance auf ein verlängertes Leben im Angesicht des Friedens war zu verlockend und man sah über die Konsequenzen hinweg.
TSCHERNOVSKY Welche Konsequenzen?
BIBLIOTHEKARIN Die Idee ist folgende gewesen: Um der Alterung, Krankheiten oder schweren Verletzungen vorzubeugen, entnimmt man bei der Geburt eines jeden Dor-Vedschen eine Genprobe speichert sie und gibt eine exakte Duplik in Auftrag. Doch diese Duplik müssen gehalten, gezüchtet und regelmäßig erneuert werden, um stets das frischeste Material zu haben. Dafür wurden die staatlichen klinischen Replantationskomplexe errichtet, zu dessen Unterhaltung sich die Staaten zusammenschlossen um das Ganze möglichst zentral organisieren zu können.
TSCHERNOVSKY Von was für einer Art Haltung reden wir?
BIBLIOTHEKARIN Die Duplike sind körperlich und geistig vollständig enwickelt, sie empfinden wie jeder andere Vedschen. Doch sie werden in Käfigen eingesperrt, bekommen nur den Auslauf, den sie gerade benötigen um nicht körperlich zu laden, der Qualitätsstandart soll ja gehalten werden. Sie kennen keine Freiheit oder freies Denken. Sie wurden von Anfang an zu Gehorsam erzogen, den Ärzten und dem Wachpersonal gegenüber, die in ihrer klinisch steril vermummter Kleidung, die keine Bakterien hindurch lässt, abschreckend wirken müssen. Soweit wir wissen, kennen die Dupliken Spaß oder Freizeit, sie haben ja nur eine einzige Pflicht: Ständiges körperliches Training. Widerstand dagegen ist zwecklos, etwas anderes wird gar nicht erst gestattet. Aber was haben die Duplike davon? Eines Tages landet jeder unter dem falschen Vorwand, man wolle ihnen Gutes tun, unter dem Messer der Chirogen, um ausgeschlachtet zu werden.
Tschernovsky schaut die Bibliothekarin entsetzt an.
BIBLIOTHEKARIN (CONT'D) Der Sinn ist, die Duplike als nicht mitalternde, genetisch kompatible Organlieferanten zu verwenden, der möglichst lange erhalten werden soll. Unseren Berichten zu Folge gibt es schrecklich verstümmelte Exemplare, zum Beispiel ohne Verdauungsorgane, die dann noch lange künstlich am Leben gehalten werden.
TSCHERNOVSKY Meine Güte, das ist ja grausam. Jetzt verstehe ich, warum Sie ablehnten.
BIBLIOTHEKARIN Vielen ging das eigene Überleben über irgendwelche moralischen Zweifel und sie ließen sich von den Äußerungen wider besseren Wissens überreden, dass die Duplike kein Bewusstsein entwickeln. Sie seien keine vollwertig entwickelten Vedschen, sie würden in einer speziellen Umwelt gehalten und entwickeln sich deshalb anders. Sie könnten nicht als gleichwertig betrachtet werden, lautete damals die Propaganda. Heute wissen nur noch die wenigsten von der Existenz solcher Klone. Übrig geblieben ist nur ein technisches Wort, unter dem sich keiner etwas vorstellen kann, und auch keiner genaueres wissen will.
TSCHERNOVSKY Und dagegen wurde nie etwas unternommen?
Die Bibliothekarin sieht sich verschwörerisch um, um sicher zu stellen, dass kein Dritter zu hört.
BIBLIOTHEKARIN Wenn Sie es genau wissen wollen: Es gab Versuche. Es existiert eine organisierte Widerstandsgruppe. Doch die meisten Mitglieder befinden sich unter den Kiysen. Unter den Dor Vedschen nur ganz wenige und es ist fast unmöglich für uns, über die gesicherte Grenze zu gelangen. Und die Unterstützer auf der anderen Seite haben keine Möglichkeit, an die stark bewachten Einrichtungen heran zu kommen. Aber es existiert ein Plan. (beat) Wenn eines die Masse der Dor Vedschen bewegen könnte und ihnen die Wahrheit zeigen könnte, dann ihre Medien. Wenn wir auch nur einen Duplik befreien könnten und der Öffentlichkeit zeigen könnten, würde das wahrscheinlich bereits ausreichen, die Regierung unter Druck zu setzen. Aber wie? (beat) Sagen sie, wie haben Sie es über die Grenze geschafft?
TSCHERNOVSKY Wir kamen mit unserem Shuttle, in der Luft hält uns keine Grenze auf.
Die Augen der Bibliothekarin funkeln verdächtig.
BIBLIOTHEKARIN Dann könnten sie uns doch bestimmt helfen! Sie können mit ihren Shuttles überall hinkommen und möglicherweise auch in die Einrichtungen eindringen. Für Sie sollte es ein viel kleineres Problem sein als für uns!
TSCHERNOVSKY
Ich denke, ich könnte Ihnen helfen. Ich werde mit meinem Captain sprechen. Wenn er zustimmt, und ich denke das wird er, dann könnten wir vielleicht wirklich diese brutale Sklavenhaltung stoppen.
Die Bibliothekarin geht auf eine Computerkonsole in der Ecke zu, ruft eine Datei auf, die schematische Zeichnungen einer Art Biosphären-Kuppel zeigt. Tschernovsky schaut sich die Skizzen an.
BIBLIOTHEKARIN Das ist eine der besagten Replantationskomplexe. Einer unserer Helfer hat dafür sein Leben gelassen. Ich kann ihnen alle Standorte mitteilen, wenn sie das wirklich vorhaben. Wir können auch ein Versteck für den Dupliken auftreiben und für den Kontakt mit den Medien sorgen.
TSCHERNOVSKY (grübelt) Kommen sie auch an Listen heran, auf denen verzeichnet ist, wo der Duplik einer bestimmten Person "gehalten" wird?
BIBLIOTHEKARIN Diese Daten unterliegen hohen Sicherheitsbeschränken. Aber ich denke, wir könnten es schaffen. Die höhergestellten Dor-Vedschen sind allesamt bestechlich und käuflich. Jede Information hat ihren Preis, gewiss auch diese.
TSCHERNOVSKY
Gut. Sorgen sie dafür. Ich werde mit meinem Captain sprechen.
Tschernovsky hämmert seinen Finger erbost auf die Computerkonsole zum Protest und Untermauerung seines Unmutes.
TSCHERNOVSKY (CONT'D) Wir finden einen Weg.
FADE OUT.
ENDE AKT III AKT IV
FADE IN:
INT. ANTARES - KONFERENZRAUM
Die Senioroffiziere (Caylon, Tschernovsky, Müller, Mestral, Miller, Beem) haben sich versammelt, um die von Tschernovsky errungenen Informationen zu diskutieren und zu bewerten. Die Konferenz hat schon vor ein paar Minuten begonnen und die Anwesenden beraten sich schon intensiv.
TSCHERNOVSKY Das ist keine Medizin, das ist ein Restebasar!
MILLER Praktisch gesehen wäre das eine effektive Technik, der Alterung vorzubeugen. Aber die ethischen Konsequenzen sind immens.
CAYLON Sie kennen die genaue "Prozedur" nicht vollständig, oder?
TSCHERNOVSKY Nein, nur die Informationen, die in den spärlichen Dokumentation der Kiysen vorhanden sind und die Aussagen der Widerstandsbewegung.
BEEM Gerüchte! Und darauf geben wir etwas?
TSCHERNOVSKY Wir haben auch keinen Grund, daran zu zweifeln.
MILLER Es ist theoretisch möglich, die Duplike im bewusstseinslosen frühzellularen Zustand zu halten und dann die benötigten Organe auszubilden.
TSCHERNOVSKY Wir müssen den Beweis antreten.
CAYLON Das werden wir nicht.
TSCHERNOVSKY Wieso das? Was ist, wenn diese Duplike unsere Hilfe brauchen.
CAYLON Wir haben nicht das Recht uns einzumischen. Wir sind hier nur die Besucher. Aber ich werde die Vedschen-Regierung kontaktieren und sie befragen.
TSCHERNOVSKY (wird laut) Was soll das bringen? Die stecken doch dahinter!
CAYLON Beherrschen Sie sich. Wir können nicht einfach, nur weil wir einen Verdacht haben, in eine ihrer klinischen Replantationskomplexe eindringen, oder wie sie die Dinger nennen.
TSCHERNOVSKY WER SOLL DAS GANZE DANN AUFHALTEN?
CAYLON Tschernovsky, reißen Sie sich zusammen. Ich verstehe Sie ja...
TSCHERNOVSKY (außer sich) Sie verstehen mich sicher nicht, keiner von ihnen! Sie wissen doch gar nicht, wie ich wirklich bin.
CAYLON Besprechen wir das in meinem Raum!
Captain Caylon und Tschernovsky verlassen sichtlich erregt den Raum und lassen den verdutzten Rest zurück.
CUT TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE
Die an der Decke hängende Kamera beobachtet die beiden beim Durchschreiten der Brücke.
CUT TO:
INT. ANTARES - BEREITSCHAFTSRAUM DES CAPTAINS
Die Beiden treten ein, Caylon will hinter seinen Tisch treten, Tschernovsky ergreift jedoch schon zuvor das Wort.
TSCHERNOVSKY Warum sollte die Regierung der Vedschen auf uns hören?
CAYLON Wahrscheinlich wird sie es nicht.
TSCHERNOVSKY Was soll das dann? Geben Sie es doch zu! Der einzige Grund ist, dass Sie und die Sternenflotte sich Ihren Profit davon erhoffen.
CAYLON Nein (beat) nicht allein.
TSCHERNOVSKY Was denn noch?
CAYLON Verstehen sie es denn nicht, wir können Einzelne befreien, wir können vielleicht sogar ein Lager befreien. Aber was soll dann mit ihnen passieren? Solange die Vedschen nichts an ihrer Einstellung ändern, werden die Duplike keine Freiheit erlangen. Die Gitter fangen in den Köpfen der Leute an. Und die können nur sie selber brechen.
TSCHERNOVSKY Sollen wir einfach alles ignorieren?
CAYLON Ich tue das ja auch nicht gerne, aber es geht nicht anders.
TSCHERNOVSKY Das werden wir ja sehen!
Tschernovsky verlässt wutentbrannt den Bereitschaftsraum. Caylon bleibt an seinem Fenster stehen, lehnt sich dagegen und schaut durch selbiges auf den Planeten hinab.
DISSOLVE TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE - SPÄTER
Beem befindet sich wie üblich an seiner Waffenstation, Torlan an der Kommunikation, Mestral an der Wissenschaftsstation, Caylon auf dem Kommandostuhl. Nur der Pilotenstuhl ist von einem ND besetzt.
BEEM (laut) Sir! (beat) Jemand hat die Shuttlestartprozedur aufgerufen, die Shuttlerampe 2 wurde geöffnet.
CAYLON Warum das? Es sollte kein Shuttle starten. Schließen Sie die Tore.
BEEM Die Kontrollen wurden überschrieben, ich komme nicht durch.
CAYLON Tschernovsky! (beat) Wie kann das passieren?
BEEM Nunja, Tschernovsky hat als Pilot mehr als genug Erfahrung mit den Prozuderen in der Shuttlerampe. Wenn man weiß wie, danngeht einiges.
CAYLON Halten Sie ihn auf.
MESTRAL Offensichtlich zu spät, Shuttlepod 1 ist bereits auf dem Weg.
CAYLON Mist.
Keine Antwort, mit was anderem hat Caylon auch nicht gerechnet.
CAYLON (CONT'D) Öffnen Sie einen Kanal!
TORLAN Der Kanal ist offen, ob wir eine Antwort bekommen ist eine andere Frage.
CAYLON Hier ist Captain Caylon, Tschernovksy oder wer sonst das Shuttle steuert, kehren sie sofort zurück.
Stille.
CAYLON (CONT'D) Wenn Sie nicht sofort umkehren stelle ich Sie vor ein Kriegsgericht wegen befehlsverweigerung!
Plötzlich erscheint ein Bild auf dem Schirm, das Bild von Darius Tschernovsky, so ernst und bestimmt, wie man ihn sonst noch nie gesehen hat.
TSCHERNOVSKY Sir, es tut mir leid.
CAYLON Kehren Sie um, es ist noch nicht zu spät.
TSCHERNOVSKY Das werde ich nicht, ich muss das tun. (beat) Ich bin nicht zur Sternenflotten gegangen, um im Krieg zu bestehen, ich kann das nicht! Ich bin hier, um fremde Welten zu entdecken, neue Zivilisationen und Leben zu retten. Nicht es zu vernichten. Ich kann nicht meine Hände mit dem Blut dieser Leute beflecken. Schauen Sie weiter weg, ich werde es nicht.
Das Bild verschwindet, der Bildschirm wird düster und schwarz.
Beat.
BEEM Sollten wir ihn nicht mit den Greifern aufhalten oder seinen Antrieb ausschalten??
CAYLON Nein. Nichts dergleichen. Lassen sie ihn nur fliegen.
Beem schaut fragend drein, doch keiner will ihm eine Antwort geben.
FADE TO BLACK.
EXT. VEDSCHEN HEIMATWELT
Schwarz. Schwarze, tiefe Nacht. Nur das Shuttle der Antares stört die Stille, die es durchstreift. Es nähert sich einer riesigen Glaskuppel, ähnlich der einer Biosphäre, die über einen Abhang herüberragt. Das Shuttle aktiviert seine Waffe und feuert auf die Konstruktion aus Metall und Glas. Ein Element der Kuppel zerspringt klirrend und das Shuttle schwirrt hinein.
CUT TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE - WENIG SPÄTER
Es hat sich nicht viel verändert, die Senioroffiziere haben wieder ihre Plätze auf der Brücke eingenommen, bis auf den umbesetzten Sitz vor der Steuerkonsole.
TORLAN Eine Komverbindung von dem Planeten.
CAYLON Auf den Schirm.
TORLAN Ja, Sir.
Das Bild des Vedschen-Prälars erscheint, wie befohlen.
PRÄLAR (wütend) Eines ihrer Shuttles ist in eine unserer Regierungseinrichtungen eingebrochen. Was denken Sie sich dabei?
CAYLON Ich entschuldige mich dafür, Ensign Tschernovksy hat sich meinen Befehlen widersetzt und das Shuttle von unserem Schiff entwendet. Wir konnten ihn nicht aufhalten.
PRÄLAR Wir werten das als einen terroristischen Akt gegen uns. Ich kann Ihre Aussage nicht prüfen, und ob nun einer oder Ihre ganze Crew, SIE haben einen Anschlag auf unsere Einrichtung begangen und damit unser Vertrauen gebrochen!
CAYLON Sie sehen die Zusammenhänge nicht. Tschernovsky wird sich der Anklage des Verrates stellen müssen. Wir sehen es ebenfalls als Unrecht.
PRÄLAR Es tut mir leid, ich weiß nicht mehr ob ich Ihnen glauben kann. Wir kennen Ihre Art nicht. Und es ist wohl besser, wir lernen sie nicht besser kennen. Die Verhandlungen sind beendet, die Verträge für ungültig erklärt. Verlassen Sie unseren Orbit. (beat) Sofort!
CAYLON Prälar, bitte, lassen Sie uns wenigstens unseren Mann zurückholen, er wird seiner Strafe nach unserem Recht nicht entkommen können..
PRÄLAR Sie verlassen uns! Um Ihren Mann werden wir uns kümmern. Sie trauen es uns in Ihrer Überlegenheit wahrscheinlich nicht zu, aber auch wir haben die Möglichkeit Ihr Shuttle zu orten. Unserer Strafe wird er auch nicht entkommen können.
Der Prälar verschwindet wieder von dem Bildschirm.
HELMSMAN Soll ich einen Kurs programmieren?
CAYLON Wir bleiben hier. Holen wir Tschernovsky zurück, dann verschwinden wir. (beat) Mestral, suchen Sie die Planetenoberfläche nach einem menschlichen Lebenszeichen ab.
FADE OUT.
ENDE AKT IV AKT V
FADE IN:
INT. PECHSCHWARZER RAUM
Es ist dunkel und nichts zu erkennen. Auf der Seite fällt ein Lichtschein einer Tür, die soeben geöffnet wurde, aber kurz darauf wieder geschlossen wird. Die Person, die hindurch getreten ist, konnte man nicht erkennen, aber der Lichtschein warf seine Konturen auf die sitzende Person im Vordergrund, die definitiv ein Vedschen ist.
TSCHERNOVSKY (gedämpfte Stimme um nicht zu erschrecken) Keine Sorge, Sie sind in Sicherheit.
DUPLIK (verwirrt) Wo bin? Was ist das für ein Ort? Was soll das? Wer sind sie?
TSCHERNOVSKY Oje, das ist eine lange Geschichte, alle Fragen zu beantworten. Wer ich bin? Ensign Darius Tschernovsky von der Sternenflotte.
DUPLIK Das hilft mir nicht weiter.
TSCHERNOVSKY Ich habe nichts anderes erwartet. Ich will Ihnen helfen, Ihnen allen.
DUPLIK Helfen? Indem Sie mich entführen?
TSCHERNOVSKY Aus ihrer Gefangenschaft, daraus habe ich Sie befreit.
DUPLIK Gefangenschaft?
TSCHERNOVSKY Hm, vielleicht fange ich ganz von vorne an. (beat) Ihre Spezies, die Vedschen, haben eine Methode, ihre kurze Lebenserwartung zu verlängern: Euch! Der Ort an dem Sie leben ist eine Brutstätte für Duplike.
DUPLIK (unterbricht Tschernovky) Duplike? Was soll das sein?
TSCHERNOVSKY Genetisch identische Kopien einer Person. Körperlich absolut gleich, aber nicht geistig. Ein Duplikat und doch eine eigene Person. (beat) Sie sind so einer.
DUPLIK Und das wollen Sie mir weis machen? Wieso sollte ich Ihnen ein Wort von Ihrer abstrusen Geschichte glauben?
TSCHERNOVSKY Glauben Sie mir. Draußen, außerhalb der Tore der Anlage, in der Sie leben, in der Gesellschaft der Vedschen, existiert eine Person, die ihre Vorlage war. Eine bedeutende Person, ich kann Sie Ihnen zeigen.
Tschernovsky macht das Licht an. Der Raum ist spartanisch eingerichtet, der Duplik sitzt auf einem Hocker, ihm gegenüber ein Zweiter, ansonsten ist der Raum klein und leer. Die linke Augenhöhle ist primitiv zugeklebt, aber es ist deutlich erkennbar, das aus ihr das Auge entnommen wurde und die Höhle hinter den Lidern leer ist. Dem guten Beobachter fällt möglicherweise die Ähnlichkeit mit einem uns bekannten Vedschen auf.
Tschernovsky steht an der Wand beim Lichtschalter. Verfolgt von dem einseitigen Blick des Duplikes setzt er sich wieder hin.
DUPLIK Sie sind kein Vedschen!?
TSCHERNOVSKY Nein, ich bin ein Mensch. Wir kamen mit einem Raumschiff von einem anderen Stern. Wir sind Besucher auf eurer Welt. Uns geht um das Entdecken fremder Kulturen, und um das Helfen. Wir wollen Ihnen helfen.
Er holt seinen Tricorder aus der Tasche, hält ihn vor sich um das betreffende Objekt aufzurufen. Er dreht den Tricorder um und zeigt ihn dem Duplik. Wir sehen auf den kleinen Bildschrim des Gerätes und erkennen nun ganz gewiss, um wenn es sich bei dem Duplik handelt. Auf dem Bild sehen wir den Vedschen-Prälaren in seinem Regierungssitz, wie er erhaben an seinem Schreibtisch vor dem Fenster thront, dass den Blick auf den grünen Garten im Hintergrund gewährt.
TSCHERNOVSKY (CONT'D) Das ist der Prälar, das Oberhaupt der Vedschen, die euch an diesem Ort eingesperrt haben. Er ist mit dafür verantwortlich. Sie erkennen sich wieder, oder?
DUPLIK Ja, diese Person sieht aus wie ich... (beat) Ich kann das immer noch nicht ganz glauben. Warum sollte er das tun? Was hätten die alle davon?
Tschernovsky verstaut den Tricorder wieder in einer der vielen Taschen an seiner Uniform.
TSCHERNOVSKY Das ist der grausame Teil daran. Sehen Sie, es hat medizinische Gründe. Die Vedschen leben wie gesagt nur kurz. Sie konnten ihr Leben mit der Medizin nur geringfügig verlängern. Aber irgendwann macht der Körper einfach Schluss. Die Organe versagen, es kommt zum Tod. Doch das reichte ihnen nicht, sie mussten weiter gehen. Die schwachen Organe austauschen. Gegen frische, junge... (beat) und identische, sonst werden sie wieder abgestoßen.
DUPLIK Identische? Willst du sagen..
TSCHERNOVSKY Ja, eure Organe. Ein Duplik ist der kompatibelste Spender. Der Körper denkt, es sei das eigene Organ, da es genetisch das selbe ist.
DUPLIK (überlegt) Dann....Dann...
TSCHERNOVSKY Ich schätze, Ihr Auge haben sie Ihnen genommen? Ihr Original dürfte sich darüber gefreut haben.
DUPLIK (stark erregt) Ich...Ich...Das heißt...Oh man... (beat;tief luft holt) Wenn das stimmt, ja, dann haben sie das. DANN HABEN SIE UNS BELOGEN!
TSCHERNOVSKY Glauben Sie mir, es ist so. Überlegen Sie. Diese Ärzte, die es bei euch gab. Haben sie euch nicht in den allermeisten Fällen, wenn sie euch behandelt haben, operiert und dabei Körperteile und Organe entfernt.
DUPLIK (leise mit brüchiger Stimme) Sie sagten, sie würden so eine Seuche aufhalten, die sich sonst weiter in unserem Körper ausbreiten würde.
TSCHERNOVSKY Lass mich raten, eine Seuche, die keine spürbaren Symptome hat, aus heiteren Himmel völlig wahllos, selbst bei den Gesündesten auftritt, in jedem erdenklichen Teil des Körpers?
Der Duplik wird wütend er steht auf, geht zur Wand und schlägt mit seiner Faust dagegen. Dann wechselt seine Emotion in verzweifelte Trauer...
TSCHERNOVSKY (CONT'D) (zu sich) Soviel zu "bewusstseinslosem, frühzellularen Zustand".
DUPLIK
Sie haben Recht. Die Ärzte sagen uns, sie wollen uns helfen. Wir hätten die "Zellulare Degeneration" und sie könnten unser Leben nur dadurch retten, indem sie den befallenen Teil entfernen.
TSCHERNOVSKY Eine Ausrede um euch ruhig zu halten. (beat) Ich hätte gerne euch alle befreit, aber es ging nicht. Ich bin alleine und konnte nur Sie rausbringen.
DUPLIK Aber Sie haben die Mittel, Ihr habt die Mittel uns alle davon zu befreien?
TSCHERNOVSKY Leider nein. Nicht sofort. Ich habe alleine gehandelt, ohne das Einverständnis meiner Leute. Sie brauchten mehr Beweise, ich habe sie nun. Sie sind mein Beweis. Nicht nur für meinen Captain, auch für die Vedschen.
DUPLIK Die Vedschen? Wieso beweisen?
TSCHERNOVSKY Bestimmt nicht alle Vedschen stehen dahinter. Die Regierung verschleiert die Herkunft und die Art der Transplantate. Wenn das bekannt würde, würde es vielleicht auf Druck des Volkes verboten.
DUPLIK (unverständlich) Diese Leute, die uns das antun, die dafür verantwortlich sind, sollen uns helfen???
TSCHERNOVSKY Sie können als Einzigste auf Dauer helfen. Wir können euch nicht mitnehmen, dafür seit ihr zu viele. Sie müssen davon erfahren, sie müssen euch wieder in ihre Gesellschaft integrieren. Das ist die einzige Lösung
DUPLIK Und was ist, wenn wir das nicht wollen? Diese Wesen sind für all unser Leid verantwortlich? Sie haben uns belogen und gequält. UND WIR SOLLEN IHNEN VERTRAUEN UND VERGEBEN?
TSCHERNOVSKY Wo sollten Sie sonst leben, als unter ihres gleichen?
DUPLIK Unser Gleichen? Bestimmt nicht. Wir sind nicht gleich. Wir hatten ein ganz anderes Leben, an dem sie die Schuld tragen, und das vergesse ich nicht so schnell. Und auch keiner der anderen. Wir alle haben das gleiche Schicksal erlitten, ich spreche für uns alle wenn ich sage: Niemals!
TSCHERNOVSKY Das haben die meisten Vedschen aber nicht gewollt. Sie wussten noch nicht einmal davon.
DUPLIK Unwissenheit rechtfertigt nicht die Tat. Mein "Bruder" hat mein Auge bekommen. Hat er sich gefragt, wo es her kommt, hat er sich darüber Gedanken gemacht? Es wäre sicher nicht unmöglich gewesen, herauszufinden, woher das Auge stammt. Sie haben es ja auch geschafft. Und sie sind ein Außenseiter, er ist der Führer dieses ganzen Unrechtes. Er wollte es gar nicht wissen, ihm war recht, dass er es bekam. Mehr interessierte ihn nicht und auch sonst keinen!
Schweigen.
TSCHERNOVSKY (beat) Es ist der einzige Weg. Ich habe unser Gespräch aufgezeichnet, das Video werde ich den Medien überspielen. Es zeigt auf eindrucksvolle Weise ihr Leid, ihre Sorgen und dass Sie ein Vedschen sind.
Tschernovsky steht auf und macht sich auf dem Weg zur Tür.
DUPLIK Bitte tun Sie das nicht.
TSCHERNOVSKY Es ist nur das Beste für Sie.
Tschernovsky verlässt den Raum.
CUT TO:
INT. TSCHERNOVSKYS VERSTECK - NEBENRAUM
In diesem Raum wartet ein Vedschen der Widerstandsbewegung auf ihn.
WIDERSTANDSMITGLIED Wie lief es?
TSCHERNOVSKY Hervorrangend. Wir haben genug Material, um es den restlichen Vedschen zu präsentieren. Das dürfte für das nötige Aufsehen sorgen, um das Volk wach zu rütteln und die Regierung zu besinnen.
WIDERSTANDSMITGLIED Großartig. Endlich ist es vorbei. Ohne Sie hätten wir es nicht geschafft. Sie haben verändert, was wir nicht geschafft hätten.
TSCHERNOVSKY Sie haben viel beigetragen. Sie haben die Daten beschaffen können, wo sich der Duplik des Prälars befindet. Es sind Ihre Daten, Ihr Versteck, dass Sie bereitgestellt haben. Und Ihre Motivation.
Der Vedschen läuft zu einem der Computerdisplay, mit denen das Versteck ausgerüstet ist, derweil kramt Tschernovsky den Tricorder aus einem der unzähligen Taschen an seiner Uniform hervor und überreicht ihn dem Vedschen. Der Tricorder zeigt übereinander ein Bild des Dupliken und eine Wellenkurve: Video- und Tonaufnahmen des Gespräches.
TSCHERNOVSKY (CONT'D) Sie müssen nur noch den grünen Knopf drücken, dann überträgt er alles automatisch auf Ihr System.
WIDERSTANDSMITGLIED Alles klar.
Der Vedschen betätigt besagten Knopf auf dem Tricorder und tippt dann auf der Konsole des Computers herum, um den Datenabgleich zu initieren, was auch von einem Piepsen bestätigt wird.
NAHAUFNAHME DES DISPLAYS
Auf dem Bildschirm steht: Transmission sent.
DISSOLVE TO:
I/E. GROßAUFNAHME
Eine Vedschen Moderatorin präsentiert eine Art Nachrichtensondersendung.
MODERATORIN (ON SCREEN) So eben erreichte uns eine Aufsehen erregende Sondermeldung: Einer der außerweltlichen Besucher, den Menschen, ist vor einer Stunde in eines unserer klinischen Replantationskomplexe eingedrungen und hat einen "Dupliken" entführt. Er hat uns soeben eine Aufnahme zugesendet, die demonstriert, um was sich bei diesen Dupliken handelt, die unsere Regierung in unserem Namen, zu unserem angeblichen Wohle, "züchtet". Wie Sie selber sehen können handelt es sich bei dem Duplik um die Kopie unseres Prälaren...
CAYLON (O.C.) Schalten sie es ab, Torlan.
JUMP CUT TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE
Caylon, Beem, Torlan, Mestral, sitzen an ihren Stationen, Miller und Müller stehen auf den beiden Seiten um den Captain herum, und haben sich gemeinsam den Beitrag in den Vedschen-Medien angesehen.
CAYLON Es wird Zeit! Mestral?
MESTRAL So gut wie.
CUT TO:
EXT. VEDSCHEN HEIMATWELT - VOR TSCHERNOVSKYS VERSTECK
Lediglich schmale Lichtfetzen scheinen aus den geschlossenen Fenstern von Tschernovsky. Das einzigste Licht spenden die beiden Trabanten, die um die Vedschen Heimatwelt kreisen. Die Umgebung lässt nicht viele Details erkennen, außer dass es eine einsame Gegend an einem Waldrand zu sein scheint.
In diesem diffusen Lichtschein nähert sich geräuschlos ein schmales und weniges, gleiterartiges Anti Gravitationsgefährt der Vedschen, das direkt über das Gebäude hinweg schwebt. Es will fast aus dem Bild fliegen, als es anhält und am hinteren Ende ein Seil nach unten fahren lässt. Die Heckklappe öffnet sich und dunkle Gestalten, die bei dem spärlichen Licht noch schwärzer erscheinen, werfen sich daran und gleiten es elegant wie auf einer Feuerleiter herunter.
CUT TO:
INT. TSCHERNOVSKYS VERSTECK
Mit einem lauten Knall wird die Türe zu Tschernovsky eingetreten. Die Gestalten aus dem Gleiter stürmen herein, wir erkennen nun, dass es vier vermummte, schwarz gekleidete und hochausgerüstete Spezialkräfte im Soldatenstil sind. Sie verteilen sich, zwei treten in die erste Tür herein, dabei scheinen sie sehr routiniert und erfahren vorzugehen.
IN ZEITLUPE:
Der Duplik will erschrocken aufstehen, doch vorher legt einer der Soldaten sein langes Gewehr an, schießt daraus eine Kugel und streckt sein wehrloses Opfer mit einem gezielten Schuss in den Kopf nieder. Der Duplik bricht zusammen, reißt die Stuhllehne mit seinem schlaffen Körper mit sich und kracht mit ihr zusammen zu Boden.
JUMP CUT TO:
INT. TSCHERNOVSKYS VERSTECK - NEBENRAUM
Zur selben Zeit stürmen die beiden anderen Soldaten zu Tschernovsky in den Nebenraum.
ZEITLUPE
Auch sie legen ihre Waffen auf Tschernovsky und den Widerstandskämpfer an. Mit einem weiteren gezielten Schuss wird auch der Vedschen niedergestreckt. Der zweite Soldat drückt ab, wir hören den Knall der sich lösenden Kugel.
ZOOM AUF DIE MÜNDUNG
Und sehen sie den Lauf des Gewehres verlassen.
BACK TO:
INT. ANTARES - GROßAUFNAHME CAYLON
CAYLON Jetzt!
BACK TO:
Da wird Tschernovsky von einem Transporterstrahl erfasst und die Kugel aus dem Lauf des Soldaten durchdringt langsam und scheinbar schwerfällig seine sich auflösenden, bläulich schimmernden Moleküle, tritt hinter ihm wieder raus und schlägt dahinter in die Wand.
Wieder mit normaler Geschwindigkeit verschwindet der Transporterstrahl mit Tschernovsky.
FADE OUT.
INT. ANTARES - ARRESTBEREICH - NÄCHSTER TAG
Tschernovsky sitzt seit seiner Rettung in einer der Arrestzellen und an die gesichterte Glaswand tritt nun ein Sicherheitsoffizier, Ensign Linus O'Reilly (zuletzt gesehen in 1x07 "Machtlos") mit einer Phaserpistole im Halfter und öffnet per Tastendruck den Ausgang aus der engen Zelle.
O'REILLY Captain Caylon möchte sie nun sprechen.
O'Reilly führt Tschernovsky hinter ihm aus dem Raum heraus einen Korridor entlang
TSCHERNOVSKY Endlich, diese Arrestzellen sind wirklich nicht gerade angenehm.
O'REILLY Dazu sind sie auch nicht bestimmt. Eventuell werden Sie jetzt eine ganze Zeit darin verbringen.
Tschernovsky schaut ihn ungläubig an.
O'REILLY (CONT'D) Befehlsverweigerung, Diebstahl von Sternenflotteneigentum, Sabotage an Schiffssystemen, Entführung eines Zivilisten, um nur die wichtigsten Anklagepunkte zu nenen. Da kommt eine ganze Latte zusammen.
Tschernovsky schluckt reuig. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Schweigend steigen die beiden in den Turbolift.
CUT TO:
INT. ANTARES - BRÜCKE
Der Turbolift hält an, O'Reilly tritt heraus, stellt sich neben den Turbolift und weist Tschernovsky mit einer Geste in Richtung Bereitschaftsraum des Captains. Mit wankenden Schritten nähert er sich der Türe und tritt hinein.
CUT TO:
INT. ANTARES - BEREITSCHAFTSRAUM DES CAPTAINS
Caylon sitzt wartend auf seinem Stuhl und empfängt Tschernovsky. Caylon deutet auf seinen Bildschirm, den er schon zuvor im Blicke hatte.
CAYLON Ich möchte ihnen das hier zeigen.
Caylon aktiviert eine Nachrichtenaufzeichnung der Vedschen. Wir auf dem Bildschirm aufständische und protestieren Menschenmassen vor dem Vedschenregierungsitz.
MODERATORIN (O.C.) Viele Millionen haben sich zusammengefunden ihren Unmut gegen die Duplikzüchtung Luft zu machen, sie protestieren vor dem Regierungssitz und verlangen ihren Rücktritt.
Das Bild wechselt zu einem der Kloneinrichtungen.
MODERATORIN (CONT'D) Nicht weniger viele haben die Replantationskomplexe gestürmt und der Kontrolle der Regierung entzogen. Sie haben die Duplike befreit und über ihre Situation aufgeklärt, doch scheinen viele mit ihrer Rettung nicht einverstanden zu sein, sie reagierten mit Gewalt und flüchteten aus den Anlagen. Dabei sind bereits mindestens 11 der Befreier durch die Hände der Dupliken umgekommen. Diese scheinen ihre Rettung nicht aktzeptieren zu wollen und äußern starke Hassgefühle gegen die Vedschen.
Caylon drückt einen weiteren Knopf, um eine spätere Aufzeichnung zu aktivieren. Wir sehen eine jubelnde Masse.
MODERATORIN (CONT'D) Die Regierungen hat ihren eigenen Rücktritt beschlossen und ist damit den Aufforderungen des Volkes nachgekommen. Eine neue Übergangregierung ist in der momentan herrschenden Unruhe noch nicht gefunden worden, und so bleibt unklar, wie offiziell mit den Dupliken verfahren werden soll, die weiterhin gewalttätig auf helfende Vedschen reagieren. Nach unbestätigten Angaben sind weitere 7 Personen umgekommen.
Caylon schaltet den Bildschirm aus, es erscheint eine Schemata der Antares.
CAYLON Tschernovsky, ist Ihnen klar was Sie da angerichtet haben?
TSCHERNOVSKY In erster Linie habe ich versucht, die Duplike aus ihrer Unterdrückung zu befreien.
CAYLON Das haben Sie versucht. Was Sie erreicht haben, ist eine Welt in Anarchie, Chaos und Gewalt zu stürzen. Die Duplike haben einen verständlichen Hass auf ihre Peiniger, sie weigern sich die Vedschen-Gesellschaft anzuerkennen. Die Regierung hat sich aufgelöst. Es herrschen Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen Dupliken und Vedschen. Dabei sind sogar Vedschen, die den Dupliken helfen wollten, gestorben.
TSCHERNOVSKY (leise) Das war nicht meine Absicht.
CAYLON Das denke ich mir. Aber Sie müssen sich über Ihre Konsequenzen klarwerden. Sie haben eine Revolution von heute auf morgen durchführen wollen.
Caylon schniptt zur Verdeutlichung mit seinen Fingern
CAYLON (CONT'D) Einfach so. Doch eine Revolution ist kein dauerhafter Zustand, es ist eine Zeit der Unruhen und Unsicherheiten, des Umbruchs. Die Vedschen hätten sich von selber entwickeln müssen, ihre gesellschaftliche Evolution beschreiten müssen. Sie haben den Geschichtsverlauf einer ganzen Welt massiv verändert mit Ihrer überstürzten Aktion.
TSCHERNOVSKY Sir, ich sah mich moralisch verpflichtet diesen Leuten zu helfen. Hätten die Duplike dort ewig als rechtlose Restelager gehalten werden sollen?
CAYLON Wir haben aber nunmal nicht das Recht, uns in die Entwicklung anderer Kulturen auf diese Weise einzumischen. Jede Rasse ist für ihre eigene Geschichte verantwortlich. Wir könnten einen langandauernden Bürgerkrieg angezettelt haben und wir tragen die Schuld an den noch kommenden Toten. (beat) Sie wollten nicht das Blut der Dupliken an Ihren Händenkleben haben. Dafür haben Sie nun das Blut anderer unschuldiger Vedschen an den Fingern! Denken Sie darüber nach, ob das Ihr Ziel war. Für die Duplike sind einzig die Vedschen verantwortlich gewesen. Für diese Toten nun Sie.
TSCHERNOVSKY (bestürzt) Ich verstehe Sir.
CAYLON Ich habe Admiral Forrest gegenüber angeregt, eine Nichteinmischungsregel in die Statuten der Sternenflotte einzubringen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er Sie achtkantig aus der Sternenflotte rausgeschmissen. Stattdessen bekommen Sie 14 Tage Arrestzelle plus Streichung sämtlicher Offiziersvorrechte für die nächsten 4 Wochen. Ihren Rang dürfen sie behalten.
TSCHERNOVSKY (unverständlich) Wie konnten Sie Admiral Forrest dazu bringen?
CAYLON Hey, das ist mein Schiff, Sie sind Angehöriger meiner Crew und über die entscheide ich.
TSCHERNOVSKY Ich danke ihnen, Sir.
Tschernovsky weiß nicht zu antworten und will sich bereits mit seiner doch recht milden Strafe begnügen und gehen.
CAYLON
Tschernovsky...
Tschernovsky bleibt stehen und dreht sich nochmal um.
CAYLON (CONT'D) Sie können extrem glücklich sein, dass ich den Grund ihrer Tat verstehe. Ich bin froh, dass meine Crew nicht nur blindlings irgendwelchen Befehlen gehorchen kann, sondern auch eine eigene Meinung hat und diese aussprechen kann. (beat) Und Sie hatten Recht. Die Sternenflotte wollte diesen Handel angesichts der Bedrohung durch die Romulaner unbedingt abschließen. Jede Ressource, jede Rückendeckung, und vorallem medezinische Kapazitäten sind im Krieg nicht mit Gold aufzuwiegen. Mir hat der Gedanke daran auch nicht gefallen, von dieser unmenschlichen Sklavenhaltung zu profitieren, aber meine Pflicht als Captain und Diplomat der Sternenflotte erlaubte mir nicht, diese Verhandlungen abzubrechen. Nun sind sie zu Ende. Deswegen kann ich Ihnen nachfühlen, wäre das aber nicht gewesen, hätten Sie nicht mehr viel Grund zur Freude gehabt. Vergessen Sie das nicht.
TSCHERNOVSKY (erleichtert) Danke, Sir.
CAYLON (scharf) Wegtreten.
Tschernovsky durchschreitet wieder die Tür, dabei nähert sich ihm die Kamera, bis die Tür direkt vor ihr wieder zugleitet und ihren dunklen und kalten Grau den Bildschirm einnimmt.
FADE OUT.
ENDE AKT V
ENDE
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