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Panel 2 Patrick Stewart
...noch lockerer, noch besser!
Sonntag, 3.10.2004|DReffects|Quelle: treknews.de

Bei seinem zweiten und abschließenden Auftritt auf der diesjährigen Galileo 7 betrat ein sichtlich entspannter Patrick Stewart die Bühne. Waren ihm am Vortag die Strapazen der Anreise ein wenig anzumerken, wirkte Stewart dieses Mal deutlich frischer und spritziger…

-> zur kompletten Bildergallery zu Patrick Stewart

Zum Einstieg griff Stewart das Video auf, das seinen Auftritt einleitete – eine kurze Zusammenstellung aus 15 Jahren Star Trek. Stewart erklärte, dass ihn diese Momentaufnahmen sehr berührten, da sie sehr mächtige Erinnerungen in ihm wecken. Er stellte sich der Frage, was wohl wäre, wenn sein Leben heute vorbei wäre und er ein Resümee zu ziehen hätte und resümierte, dass gerade die Jahre bei Star Trek einige der besten Dinge seines Lebens repräsentieren. Einer Reihe von äußerst talentierten und bewundernswerten Menschen begegnet zu sein, ist eine wahre Bereicherung. Die neunmonatige Pause, die Patrick Stewart eingelegt hatte, ist nun jedoch vorbei, und er hat wieder alle Hände voll zu tun, wobei er sein nächstes Projekt noch geheim halten möchte.
Und daher forderte Stewart die Fans im Saal auf, ihm sogleich stimulierende und provokative Fragen zu stellen – und dieser Aufforderung folgten die Fans selbstverständlich.

Die erste Frage war auch sogleich ein Volltreffer, und ein helles Lächeln breitete sich in Stewarts Gesicht aus, als er auf „Herr der Ringe“ angesprochen wurde. Der passionierte Bühnendarsteller eröffnete dem Publikum, die Trilogie rund um den Ring der Macht bereits dreimal gelesen zu haben, zuerst 1964. Als er von dem Filmprojekt Peter Jacksons hörte, befürchtete er zunächst, die Umsetzung des Buches könnte daneben gehen – aber vielleicht könnte es ja gut gehen, wenn er selbst mitspielen würde. So dachte sich Stewart zumindest, und gestand, in jüngeren Jahren gerne die Rolle des Sam gespielt zu haben. Später sah er sich jedoch eher in der Rolle des Aragorn. Und mit diesem Gedanken ging er auch in ein kurzes Sondierungsgespräch mit Peter Jackson – der ihn jedoch eher in der Rolle des Gandalf hätte sehen wollen. Im Verlauf des Gesprächs unterlief Stewart jedoch ein grundlegender Fehler, wie er schelmisch lächelnd gestand: „Kritisiere niemals das Drehbuch – nicht, solang Du die Rolle noch nicht hast!“ Denn angesichts der Liebesgeschichten in den Drehbüchern zu Herr der Ringe wagte Stewart es, Jackson mit erhobenem Zeigefinger zu belehren, es gäbe in Herr der Ringe nur eine echte Liebesgeschichte: Und zwar zwischen Frodo und Sam. Nichtsdestotrotz bekannte Stewart neidlos, dass es Peter Jackson gelungen ist, zwei wundervolle Darsteller für Aragorn und Gandalf gefunden zu haben, und dass die Filme wirklich sehr gut gelungen sind. Und, natürlich mit erhobenem Zeigefinger, bedeutete Stewart dem Publikum vor allem eines: „Lest diese Bücher!“

Eine weitere Frage betraf Stewarts Engagement in der jüngsten Verfilmung von „Moby Dick“, auf die der Enterprise-Captain von seinem Next Generation-Kollegen Brent Spiner gestoßen wurde. Erst nach seiner Entscheidung für die Rolle das Captain Ahab las Stewart das Buch. Als er erklärte, er könnte noch Stunden darüber sprechen, wurde er jedoch jäh von einer weiteren Frage unterbrochen, bezüglich seiner Arbeit für verschiedene Computerspiele. Stewart erklärte hierzu, dass es ihm Spaß mache, seine Stimme für solche Projekte zu leihen, und man solle besonders auf die zwei japanischen Filme „Spirit to the Way“ und „Steamboy“ achten. Der Frage, was Picard in der Serie dazu bewegt haben mag, immer weiter zu machen, entgegnete Stewart, dass er dies schwer beantworten könne, da die Grenzen zwischen der Figur Picard und dem Menschen Stewart im Laufe der Jahre zu sehr verwischt sind. Aber weitere Ausführungen wurden abermals durch eine rasche Frage unterbrochen, was Stewart augenzwinkernd zu der Vermutung kommen ließ, die Fragesteller wären dazu angehalten worden, ihn kurz zu halten. Ein weiterer Fan bekannte voller Bewunderung, seinem dreijährigen Sohn den Namen Jean-Luc gegeben zu haben, was Patrick Stewart dazu veranlasste, ihn an die Bühne zu bitten und ihm die Hand zu reichen. Ohne die Fans wäre Star Trek, wie Stewart hinzufügte, gewiss auch eine große Freude gewesen, aber erst die Fans bringen ihm eine wahre und tiefe Befriedigung.

Auf die X-Men-Filme angesprochen, erläuterte Stewart nochmals Details vom Vortag, und fragte in den Saal, ob Famke Janssen zurückkehren sollte, was alle bejahten. Und die Fans wussten auch den Namen ihrer damit wiederkehrenden Figur: „Phoenix“. Ab Juni 2005 wird gedreht, im Juli 2006 kommt der dritte Teil der X-Men-Saga in die Kinos.
Zu Star Trek zurückkehrend, zielte die nächste Frage auf Grundsätzliches ab: Wie kam Patrick Stewart eigentlich das erste Mal mit Star Trek in Kontakt? Dieser erklärte, sein Sohn habe Samstags immer TOS gesehen, wirklich damit auseinandergesetzt hatte er sich aber erst, als das Rollenangebot kam.

Doch Patrick Stewart ist bekanntermaßen auch ein leidenschaftlicher Shakespeare-Darsteller. Und so stellte ein Zuschauer die Frage, ob Stewart nicht auch in Deutschland auftreten wolle. Dieser entgegnete dem überraschten Publikum, dass er das schon getan habe. Nach einer kurzen Pause, die er mit einem breiten selbstzufriedenen Grinsen ausfüllte, löste er die Neugierde des Saals auf: 1969, vermutet Stewart zumindest, war er mit der Royal Shakespeare Company in Köln und spielte die Rolle des Hektor im Stück „Troilus und Cressida“.
Auf die Star Trek-Fans an sich angesprochen, wies Stewart vor allem darauf hin, wie breit die Fanbasis ist. Auch Berühmtheiten wie Bob Dylan, Frank Sinatra oder Tom Hanks sind, bzw. waren, große Freunde der Serien. Auch zu der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright wusste Stewart eine Anekdote zu erzählen. Die Politikerin erschien eines Tages am Set von Nemesis und ließ es sich nicht nehmen, sich mit der gesamten Crew fotografieren zu lassen. In ihrem Büro hat sie seither nicht nur ein Bild mit Bill Clinton und seinem einstigen Regierungsstab, sondern auch eines mit der TNG-Enterprise-Crew. Und sie gibt zu, dass sie von den beiden Bildern letzteres mit mehr Stolz erfülle.

Abschließend wurde Patrick Stewart noch gebeten, den Fans eine Gesangseinlage darzubieten, da er ja schließlich sein Talent dafür in „Star Trek – Insurrection“ unter Beweis gestellt habe. Doch der Schauspieler hatte anderes im Sinn, ehe er mit den Worten „Bis zum nächsten Mal“ dem Publikum ein Wiedersehen in Aussicht stellte. Er zog es vor, sich mit seiner liebsten Leidenschaft von einem absolut erstklassigen Panel zu verabschieden – einem Sonett von Shakespeare:

“Let me not to the marriage of true minds
Admit impediments. Love is not love
Which alters when it alteration finds,
Or bends with the remover to remove:
O no! it is an ever-fixed mark
That looks on tempests and is never shaken;
It is the star to every wandering bark,
Whose worth's unknown, although his height be taken.
Love's not Time's fool, though rosy lips and cheeks
Within his bending sickle's compass come:
Love alters not with his brief hours and weeks,
But bears it out even to the edge of doom.
If this be error and upon me proved,
I never writ, nor no man ever loved.”

-> zur kompletten Bildergallery zu Patrick Stewart


Markus Sampl

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