Rezension
Bei den streng geheimen Einsätzen besucht man neben der Erde auch Qo’Nos, den klingonischen Heimatplaneten, landet auf einem romulanischen Warbird und erforscht einen Borg-Kubus... Die Grafik von Away Team ist, wie auch bei seinen Genre-Kollegen, nicht aus Polygonen aufgebaut, sondern besteht aus der klassischen 2D-Grafik aus der Vogelperspektive. Dabei hat man sehr darauf geachtet den Star Trek-typischen Look wiederzugeben, was auch erstklassig funktioniert. Übersichtlich ist das Game trotz der niedrigen Auflösung von 640 x 480, zumal die niedrige Auflösung nicht negativ auffällt. Die Menüs sind übersichtlich angeordnet und gehen schnell von der Hand. Von Nachteil ist aber die Sterilität, die einem beim Spielen immer wieder auffällt. Das passt zwar zum Look, aber etwas lebendigere Hintergründe, vor allem auf planetaren Außenmissionen wären wünschenswert gewesen. Die Animationen der Charaktere hingegen sind sehr gelungen, ebenso können die Waffenanimationen gefallen, auch die Farbgebung ist besser als bei anderen Strategietiteln. Vom Sound her hat das Entwicklerteam ganze Arbeit geleistet, hier merkt man wirklich, wie professionell Activision arbeitet. Tolle Sprachausgabe (in der mir vorliegenden englischen Version), sowohl in den Briefings als auch in den Missionen fördern den Spielspaß erheblich. Sämtliche Sounds und Musikstücke könnten direkt aus TNG oder Voyager stammen, besonders die Hintergrundmusik ist ein dicker Pluspunkt, da sie nie langweilig wird. Gewisse Ähnlichkeiten zu Stücken von Dennis McCarthy und Jerry Goldsmith sind eindeutig vorhanden, was aber nie negativ auffällt, eher das Gegenteil ist der Fall. Ein kleiner Haken ist allerdings der fehlende 3D-Sound, der noch zusätzlich das Feeling verstärkt hätte. So bringt leider auch die beste Surround-Anlage keine Vorteile. Das Gameplay bietet gewohnte Kost, es wird also geschlichen und möglichst leise vorgegangen, um das Missionsziel zu erreichen. Erschwert wird dies durch die Fähigkeiten der Gegner, denn diese verfügen nicht nur über eine Sichtweite, sondern sie hören auch sehr gut. Allgemein ist die KI zwar nicht überwältigend, aber schon gut genug um einen kleinen Fehler schnell in eine fehlgeschlagene Mission enden zu lassen. Um den Frustfaktor, der in solchen Strategie/Taktik-Mixes enorm hoch ist, etwas abzusenken, hat man eine kleine aber feine Funktion eingebaut: Ein Pausemodus, ähnlich der Funktion aus Baldurs Gate. Man kann einfach über die Enter-Taste das Spiel pausieren und die nächste Aktion für alle Mitglieder der Einheit festlegen. Nach einem weiteren Betätigen der Enter-Taste wird diese Aktion ausgeführt, was die eigene Fehlerquote vor allem in Kämpfen doch stark absenkt. Auch die Möglichkeit den Tricorder einzusetzen, um Gefahren zu orten, ist wirklich eine sinnvolle Verbesserung, die man schnell zu schätzen lernt. Dennoch ist Away Team auch im Easy-Modus noch recht schwer, ohne viel Geduld ist das Game nicht zu schaffen. Für die unendlichen Continues ist man spätestens nach der dritten Mission dankbar. Auch vermisst man die Funktion aus Desperados mehrere Aktionen hintereinander zu schalten und dann als Sequenz ablaufen zu lassen, was nach kurzer Zeit aber nicht mehr ins Gewicht fällt. Eine große Hilfe sind die umfangreichen Briefings, die immer einen recht guten Überblick über die Situation verschaffen, selbst wenn sich während der Mission die Ziele ändern, ist man bestens darauf vorbereitet. Problematisch ist anfangs auch das Inventar zu bedienen, nach knapp einer Stunde hat man sich aber auch daran gewöhnt. Ein schönes Extra ist auch der Multiplayerpart, in dem man mit bis zu 4 weiteren Spielern die Missionen lösen kann, was durchaus zu einer langen Nacht führen kann. Allerdings sollte man besonders hier eine Person zum Teamchef ernennen, damit ein taktisches gemeinsames Vorgehen gesichert ist. Ansonsten kann das Zusammenspiel schnell in Hektik ausarten, die Mission ist dann unter Garantie gescheitert. |