Ab heute geht's mit normaler Grammatik los, wobei ich nicht in jedes Detail gehe; das würde hier den Rahmen sprengen. Als Grund-Nachschlagwerke eignen sich dafür immer noch die beiden Bücher von Marc Okrand.
2. Hauptwortarten
2.1 Nomen/Substantive 2.1.1 Einfache Nomen (kurze Einführung in die Satzanalyse)
Zu den Nomen gibt es nicht viel zusagen, die sind so zu verstehen wie bei uns auch. Aber am Tipp am Rande schon an dieser Stelle (Gehört quasi zur Satzanalyse, ich komme in einem anderem Kapitel nochmal darauf zu sprechen): Ein klingonisches Wort besteht in 95% aller Fälle aus drei Lauten bzw. klingonischen Zeichen (nicht lateinische Buchstaben!!!) Also z.B. Duj (Fahrzeug), aber auch ghItlh (schreiben). Das sind jeweils nur drei Laute. Weiterhin kan man eigentlich immer davon ausgehen, dass an zweiter Stelle ein Vokal kommt. Wozu das wichtig is? Nachdem im Klingonischen sehr oft Verben nicht von Nomen zu unterscheiden sind (z.B. Qagh Der Fehler bzw. Fehler machen), ist es (am Anfang) am einfachsten in einem Satz als Erstes nach dem Verb zu suchen. Vor dem Verb hängt meist noch ein Präfix (immer zwei Laute), nach dem Verb können noch Suffixe kommen, die grundsätzlich aus drei Lauten bestehen.
Ihr müßtet also bei dem Satz bIjatlhHa'chugh qaHoH (Wenn Du das Falsche sagst, werde ich Dich töten) merken, das jatlh (sprechen) und HoH (töten) die beiden Verben sind! Weil: bIj wäre zwar denkbar (Bestrafung), aber atlh nicht! Damit ergibt sich das Verb jatlh und das Präfix bI (Du).
Übung macht den Meister!!
2.1.2 Komplexe Nomen
Zum einen gibt es zusammengesetzte Nomen (also bestehend aus mehreren Silben), die sehr leicht zur Erschließen sind, bzw. einfach selbst zu bilden. Ein Beispiel wäre mu'qaD (Fluch), bestehend aus mu' (Wort) und qaD (herausfordern/Herausforderung). Zum anderen gibt es komplexe Nomen, die historisch fest mit der klingonischen Sprache verankert, aber nur schwer ethymologisch herzuleiten sind, z.B. 'ejyo' (Sternenflotte). Weiterhin kann man generell aus Verben Nomen machen, in dem man an die Verben die Suffixe -'wI (jemand, der etwas tut) oder -ghach (Nominalisierung) dranhängt.
baHwI' (Schütze), aus baH (feuern) und -wI'
tlhIchghach (Rauch), aus tlhIch (Rauchen) und -ghach
2.2 Verben / Pronominale Präfixe
Zu den klingonischen Verben gibt es nicht viel zu sagen. Sie sind - so wie die meisten klingonischen Ausdrücke - einsilbig und können von Affixen eingekreist sein. Zum einen gibt es Suffixe (vgl. Kapitel 2.3) und Präfixe. Diese sog. Pronominalen Präfixe sind dazu da, das Subjekt und das Objekt des Satzes erkennbar zu machen. Man unterscheidet zwischen normativen und imperativen Präfixen. Die imperativen Präfixe sind - wie der Name schon sagt - für den Imperativ. Ich gebe hier der Vollständigkeit halber die beiden Tabellen inclusiv ein paar Beispielen vor:
Objekt Subjekt
---
Mich
Dich
Ihn/Sie/Es
Uns
Euch
Sie
Ich
jI-
(n.v.)
qa-
vI-
(n.v.)
Sa-
vI-
Du
bI-
cho-
(n.v.)
Da-
ju-
(n.v.)
Da-
Er/Sie/Es
---
mu-
Du-
---
nu-
lI-
---
Wir
ma-
(n.v.)
pI-
wI-
(n.v.)
re-
DI-
Ihr
Su-
tu-
(n.v.)
bo-
che-
(n.v.)
bo-
Sie
---
mu-
nI-
lu-
nu-
lI-
---
Du (Imp.)
yI-
HI-
(n.v.)
yI-
gho-
(n.v.)
tI-
Ihr (Imp.)
pe-
HI-
(n.v.)
yI-
gho-
(n.v.)
tI-
Für die Fälle, an denen Striche stehen, also z.B. für den Fall "Er schlägt ihn", wird einfach kein Präfix verwendet: qIp (macht als Satz natürlich wenig Sinn, das muss sich aus dem Kontext heraus ergeben). Dort wo n.v. steht, existieren für diesen Ausdruck keine Präfixe, diese Sonderfälle müssen dann mit Hilfe der Suffixe -'egh (sich selbst) und -chuq (sich gegenseitig) umgangen werden!
Beispiele für die Verwendung von Präfixen beim Verb qIp (schlagen):
qaqIp "ich schlage Dich"
tuqIp "Ihr schlagt mich"
cheqIp "Ihr schlagt uns"
HIqIp "Schlag mich!"
tIqIp "Schlagt sie!"
2.3 Suffixe
Suffixe sind zusätzliche Gebilde, die an Nomen und Verben drangehängt werden, diese grammatikalisch anzupassen (Zahl, Fall, Reflexionen, Possesionen, für Relativsätze usw.). Ich habe alle bekannten Suffixe in meinem Wörterbuch, dass es beim letzten Mal zum download gab, ganz unten hinzugefügt. Dort findet Ihr die Suffixe für Verben und Nomen; und auch die Pronominalen Präfixe für Verben. Bei den Suffixen sind immer Zahlen angegeben, die die Reihenfolge der Suffixe angibt, d.h. ein Suffix der Klasse 5 kommt stets nach einem Suffix der Klasse 2 usw. Bei Verben gibt es noch die sogenannten lengwI'mey (Wanderer), diese können überall stehen (je nach Betonungswunsch), jedoch nie nach einem Suffix der Klasse 9!
Beispiele für die Verwendung von Suffixen bei Nomen:
pa'wIjDaq, "in meinem Zimmer" bestehend aus pa' (Zimmer) + -wIj (mein (4)) + -Daq (Lokativ, auf den Ort bezogen (5))
Da es im Klingonischen keine konkreten Adjektive gibt, werden Eigenschaften von Nomen so ausgedrückt, dass man dem Nomen einen Ausdruck der Form "(...) sein" hinzufügt. Also z.B. DujtIn "große Schiffe" (Duj = Schiff, tIn = groß). Zur Betonung des "Adjektivs" kann man den Wanderer -qu' (für Emphase) hinzufügen: Duj tInqu' "sehr großes Schiff".
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